NRW braucht einen sozialen Neustart

Wohnen muss bezahlbar sein!

28. Okt 2021 | Aktuelles

Von den 18 Millionen Einwohnern in NRW leben etwa 10 Millionen zur Miete – wir sind ein Mieterland. Aber noch lange nicht mieterfreundlich! Drei Zimmer, Küche, Bad: Für viele ist das kaum mehr bezahlbar.

Ein „Walk of Shame“ hat am vergangenen Dienstag am Rheinufer erschreckend vor Augen geführt, wie die Einkommen der Menschen in NRW und die Mietpreise in den vergangenen Jahren auseinander gingen. So sind bei Neubauten die Mieten zwischen 2010 und 2018 um bis zu 29 Prozent gestiegen. Die Reallöhne sind jedoch nur um durchschnittlich 11 Prozent angewachsen. Damit nimmt die Miete einen immer größeren Anteil des zur Verfügung stehenden Geldes pro Monat ein.

Wer mehr als 30 Prozent seines Einkommens für die Miete ausgibt, gilt als finanziell überbelastet; in manchen Städten ist die Mietbelastung schon bei 50 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Anzahl der mietpreisgebundenen Wohnungen: Von 887.644 im Jahr 2000 gab es hier bis 2019 einen Rückgang um 50 Prozent – auf nur 456.783 mietpreisgebundene Wohnungen. Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper!

Das zeigt: Nordrhein-Westfalen braucht dringend gutes und bezahlbares Wohnen für alle Menschen! Die SPD fordert daher einen Neustart in der Wohnungspolitik. Einen, bei dem die Interessen der Mieter*innen im Mittelpunkt stehen und nicht Renditeinteressen.

Im Aktionsplan der SPD-Fraktion im Landtag fordern wir u.a.:

  • eine stärkere Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbau mit Mietpreisbindung: Pro Jahr 100.000 neue Wohnungen, davon 25.000 mietpreisgebunden.

  • Vorrang für den Mieterschutz: Dieser soll nicht nur – wie zurzeit – für 18 Kommunen gelten, sondern auf alle betroffenen Gebiete ausgeweitet werden.

  • Maßnahmen gegen Bodenspekulationen, z.B. ein Vorkaufsrecht für Kommunen und eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer bei gleichzeitiger Aussetzung dieser für Familien und in dem gemeinnützigen Bau von Wohnungen

Webkampagne Wohnen