Premiere im Plenum: Meine erste Rede!

26. Nov 2021 | Aktuelles

Gestern ging es in die Bütt: Meine erste Rede im Düsseldorfer Landtag! Als Mitglied im Ausschuss Schule und Bildung durfte ich gestern zum Antrag der Landesregierung „Die Potentiale des digitalen Berufswahlpasses für den gesamten Bildungsweg nutzen“ reden.

Doch worum ging es genau? Kurz gesagt: Es geht im Antrag um die Einführung eines „Berufswahlpasses 4.0“, der Schritt für Schritt die analoge Version, die seit ein paar Jahren in den Schulen für die berufliche Orientierung benutzt wird, ablösen soll. Jetzt noch in der Erprobungsphase an vereinzelten Schulen in den beteiligten Bundesländern, u.a. auch in NRW, soll er schon nächstes Jahr überall eingeführt werden. Die neue Version gibt es dann als App oder als Webpage-Version, damit Schüler:innen sich nicht nur in der Schule durch bestimmte Aufgaben, sondern sich auch zu Hause und unterwegs spielerisch mit dem Thema „Was kann ich gut? Was will ich mal werden?“ beschäftigen. Der Berufswahlpass gehört übrigens zum Programm „KAoA – kein Abschluss ohne Anschluss“, das von der rot-grünen Landesregierung initiiert wurde. Nicht nur, um die Zahl an Schulabbrüchen zu verringern und die Zahl der Ausbildungen gerade von Fachkräften zu erhöhen, sondern auch um gezielt Schüler:innen anzuregen, sich praktisch – in Betrieben und Unternehmen – mit dem Thema Beruf zu beschäftigen. Lernen, Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben – das soll das Ziel sein.

Dasselbe Ziel verfolgt auch die Neuversion des Berufswahlpasses, in vielen Bereichen vereinfachter und ansprechender gestaltet. Viele neue didaktische Funktionen, die sich an die fortschreitende Digitalisierung im Schulbereich anpassen, sind dazugekommen. Das ist eine gute Sache, aber: Eine App (bzw. eine Webpage) macht noch keinen Azubi! Denn so durchdacht der neue und digitale Berufswahlpass auch ist: Persönliche Betreuung bei der beruflichen Orientierung in der Schule, gerade bei Schüler:innen, die nicht gut in der Schule zurechtkommen, kann dies nur bedingt ersetzen. Der vorherrschende Personalmangel, die technische Ausstattung, die Anbindung an W-Lan sowie Weiterbildungen in Hinsicht der Medienkompetenz bei den Lehrkräften – all das darf nicht vergessen werden. Deswegen brauchen wir mehr Personal in den Schulen und auch mehr Berücksichtigung von beruflicher Orientierung schon in der Lehrausbildung. Es ist zu hoffen, dass sich hier bald etwas ändert und wir nicht vergessen, um wen es geht. Junge Menschen müssen Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben und mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Eine App alleine schafft das nicht.

Meine Redezeit zu dem Thema war auf 5 Minuten begrenzt, fest steht aber: Das war ein ganz besonderer Moment für mich. Und das Wichtigste: Es hat wirklich Spaß gemacht! Ich bin schon gespannt, wann ich meine nächste Rede halten darf. Ich bin bereit!