Praktikum - Marina und Alex

Früh übt es sich! Jugendliche Unterstützung im Landtag

10. Nov 2021 | Aktuelles

Das Interesse und die Beteiligung von jungen Menschen an politischen Themen und gesellschaftlichem Engagement kann man nicht genug fördern. Denn oft haben sie den Eindruck, dass Politiker:innen über ihre Köpfe entscheiden, weil ihre Stimmen nicht gehört werden. Seit ein paar Monaten als Juso in Solingen politisch aktiv, mangelt es unserem allerersten Schülerpraktikanten Alex nicht an politischer Neugier – während seiner Zeit bei uns im Landtag war er direkt ganz nah dran bei der parlamentarischen Arbeit!

Dazu gehörten nicht nur die Besuche der Plenarsitzungen, in dem u.a. der neue Ministerpräsident Hendrik Wüst gewählt wurde, sondern auch die Teilnahme am Ausschuss für Schule und Bildung und die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen. Selbstverständlich gehört zum Landtagalltag auch, sich im Labyrinth der langen Büroflure zurechtzufinden und in der Kantine mit Blick auf den Rhein neben den Abgeordneten, Minister*innen und ihren Mitarbeiter*innen Mittag zu essen. Mein Solinger Wahlkreisbüro konnte er ebenfalls einen Tag tatkräftig unterstützen.

Besonders interessieren Alex die Themen Digitalisierung und Mobilität. In Solingen und Umgebung viel mit dem eigenen E-Roller und dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs, kennt er nur zu gut die alltäglichen Verkehrsprobleme auf den Straßen und Gleisen. Als Pendler von Solingen nach Düsseldorf hat Alex während seiner Zeit bei uns im Büro bzw. als mein Vertreter beim Jugendlandtag das direkt zu spüren bekommen: Fast jeden Tag Verspätungen oder Ausfälle. Inspiriert vom SPD-Antrag „Angsträume beseitigen, Sicherheit erhöhen – die Verkehrswende braucht attraktive Bahnhöfe und Haltepunkte“ hat er selbst mal geschaut, was es für Probleme an den Bahnhöfen in Solingen gibt.

Denn die Bahnhöfe in Solingen sind seiner Meinung nach teilweise ziemlich verdreckt und durch Vandalismus zerstört: So seien die Ticketautomaten nicht selten veraltet und würden häufig nicht richtig funktionieren. Dies trifft ebenso auf die Aufzüge zu – und wenn sie doch funktionieren, würden sie nach Urin stinken. Auch Anzeigetafeln mit übersichtlichen Infos zur nächsten Fahrt würde man an den Bahnhöfen wie Mitte, Grünewald, Scharberg vergeblich suchen. Es gebe hier nur kleine Anzeigen, die nicht übersichtlich und gerade für Menschen mit Seheinschränkungen kaum zu erkennen seien. Abends sei es zudem an den Bahnhöfen unsicher, oft randalieren Leute. Dazu ärgert Alex noch, dass die Züge viel zu selten fahren. Insgesamt also eher eine Zumutung für die Fahrgäste.

Man merkt: Es ist unglaublich wertvoll, auch den jugendlichen Blick auf bestimmte Orte und Vorgänge nicht zu vergessen! Alex Beobachtungen und Ideen waren eine gute Ergänzung in meiner Arbeit. Während seines Praktikums nahm Alex aber noch eine besondere Funktion ein: So hat er mich während des Jugendlandtags im Landtag vertreten, wo Jugendliche und junge Erwachsene für drei Tage lang in die Rolle der Abgeordneten schlüpfen konnten. Vielen Dank, Alex, für deine Unterstützung während des Praktikums und deinen Einsatz als meine Vertretung beim Jugendlandtag!