Die Lage an den Grundschulen spitzt sich zu

11. Feb 2022 | Presse

Schulklasse mit Lehrer
Lehrkräfte und Eltern betrachten mit Sorge die Belastung der Kinder durch die geänderte Teststrategie der Landesregierung.

Seitdem vom Schulministerium Ende Januar über Nacht entschieden wurde, dass aufgrund fehlender PCR-Testkapazitäten an Grundschulen und Kitas erst bei einem positiven PCR-Pooltest mit Antigenschnelltest nachkontrolliert werden soll, zeige sich immer mehr das dramatische Ausmaß dieser Entscheidung. Marina Dobbert und Josef Neumann: „Das, was wir von den Schulen aktuell geschildert bekommen, sind Situationen, bei der alle Alarmglocken läuten. Als wären die vergangenen zwei Jahre für die Jüngsten nicht schon genug Belastung gewesen, müssen sie nun das nicht die durchdachte Teststrategie der Landesregierung ausbaden.“

Während PCR-Tests anderorts vom geschultem Personal durchgeführt werden, müssten dies nun die Schülerinnen und Schüler an den Grundschule selbst übernehmen. Bedenkt man die Testsituation – viele Kinder in einem zwar gelüfteten Raum, nicht geschultes Testpersonal und mangelhafte Sensitivität der eingesetzten Antigen-Schnelltests im Falle eines positiven PCR-Pooltests – könnte nicht mehr von einer sicheren Schulumgebung gesprochen werden. Die Abgeordneten Dobbert und Neumann: „Auch wenn das Lehrpersonal sicherlich bei jedem Schritt nach bestem Wissen alle Vorsichtsmaßnahmen einhält, hat sich angesichts der belastenden Testsituation der psychische Druck für die Kinder noch erhöht.“ „Mit der Entscheidung, das Testverfahren zu ändern, hat die Landesregierung nun Situationen in den Schulklassen zu verantworten, die eindeutig zum gesundheitlichen Nachteil der Schülerinnen und Schüler sind“, so die Solinger SPD-Abgeordneten Dobbert und Neumann. Doch zeigten Ministerin Gebauer und die Mitglieder der Landesregierung bisher keine Einsicht – weder in Bezug auf die verbesserungswürdige Kommunikation noch hinsichtlich der Testsituation. „Als Mitglied im Ausschuss für Schule und Bildung des Landtags verschlägt es mir jedes Mal die Sprache, mit welcher Ignoranz die Schulministerin über unsere Eingaben und Anträge hinsichtlich der Probleme an Grundschulen einfach hinweggeht mit der Behauptung, es sei alles in bester Ordnung und man habe alles im Griff“, empört sich Dobbert.

Präsenzunterricht zu ermöglichen, das bleibe weiterhin das Ziel, wenn das gesundheitliche Wohl der Kinder gesichert sei. Das zeige auch eine Umfrage der Landeselternkonferenz NRW, laut der sich mehr als die Hälfte der Eltern von Grundschulkindern weiterhin Präsenzunterricht wünschen. Dobbert und Neumann: „Der Wunsch der Eltern ist nachvollziehbar, denn so treten SchülerInnen wieder in den direkten Kontakt mit ihren Lehreinnen und Lehrern und können sich mit ihren Altersgenossen austauschen.“ Auch sei so die Betreuung sichergestellt. Die Umfrage der LEK zeige aber auch die Sorgen der Eltern hinsichtlich der aktuellen Schutzmaßnahmen an den Grundschulen: Nur 23,5 % seien von der Sicherheit der Test-Strategie überzeugt, 53,2 % verneinen sie. Dobbert und Neumann: „Die aktuellen Meldungen aus den Schulen geben großen Anlass zur Sorge und sollten auch der Schulministerin endlich deutlich vor Augen führen, dass diese Vorgehensweise auf Kosten aller Beteiligten so nicht durchzuhalten ist.“

Foto: Taylor Wilcox on Unsplash